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by Markus Herzig
Published: 26-May-2002
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S-55T in Switzerland
Text & Photos by Paul Schüpbach © 2002
HB-XDS  /  S-55T in der Schweiz

Mit dem Eintrag vom 11.4.1972 des Sikorsky S-55T, HB-XDS, erhielt das Schweizer Luftfahrzeugregister, die helvetische Helikopterszene und das Belpmoos ein Unikat, welches zwischen 1972 und 1977 zu beobachten war. 

von Paul Schüpbach

In den 70er Jahren begann die in Mesa/Arizona ansässige Firma Heli-Tec Corporation mit dem Umbau von Sikorsky S-55 bzw. H-19. Der Pratt&Whitney, z.T. auch Wright Kolbenmotor wurde durch eine leistungsfähigere Turbine Garett-AiResearch TSE 331-3U-303 von 650 SHP ersetzt, zahlreiche mechanische und elektrische Komponenten welche zuvor im Heckteil eingebaut waren, wurden neu in der Kabine installiert, zudem konnte durch den Umbau 400 kg an Leergewicht gewonnen werden. 

Eisenhut Aviation
Aviation Specialties International fand in Eisenhut Aviation eine Verkaufsvertretung für Europa. Walter Ulrich Eisenhut aus Vaduz hatte mit dem S-55T grosse Pläne: Am 24.3.1972 trafen per Tieflader 2 Sikorsky H-19D (ex M57-5980 und M57-5981) welche früher bei der italienischen Luftwaffe dienten in der Heliswiss Werft ein, die ersten von geplanten 9 Stück, welche Eisenhut Aviation bei Heliswiss in Belp und bei Pilatus in Stans auf die Version S-55T umbauen lassen wollte und dafür Käufer in ganz Europa zu finden hoffte... 

Die HB-XDS trifft ein
Als Vorführhelikopter erwarb Eisenhut Aviation von Heli-Tec die N824T #55-1186 welche am 7.5.1972 durch die Piloten W.U. Eisenhut und Mike Zimmer von Rotterdam nach Bern überflogen wurde. Die Bewährungsprobe in Europa sollte die HB-XDS mit HELISWISS als Operator erhalten. Am 10.Mai fanden Test- und Trainingsflüge statt, am 15.Mai erhielt der Helikopter Heliswiss Titel und bereits am 18.5. erfolgte (europaweit) der erste kommerzielle Einsatz durch Heliswiss in Sörenberg. Fast den ganzen Sommer war der Helikopter nun für Transportflüge beim Bau einer Hochspannungsleitung der BKW  im Einsatz. Es erfolgten aber auch Flüge im Tessin, Graubünden und der Westschweiz. Nach Abschluss der  Saison wurde die HB-XDS ab dem 10.11.1972 stillgelegt und bei Heliswiss eingelagert. Auch für die beiden H-19D Zellen aus Italien gab es im Moment keinen Lichtblick: Praktisch im Originalzustand dämmerte die eine im Heliswiss, die andere im Transair Hangar vor sich hin. Noch hatte Eisenhut Aviation keine Käufer und konnte somit kein grünes Licht für einen Umbau geben.

Vercharterung
Aber im Frühjahr 1973 gab es Hoffnung: Die HB-XDS konnte über den Sommer an die spanische Helicsa vermietet werden. Für den Offshore-Einsatz auf den Kanarischen Inseln wurde der Helikopter zusätzlich mit aufblasbaren Notschwimmern an den Rädern versehen. HB-XDS verliess Belp am 10.März und kehrte am 5.Oktober via Clermont-Ferrand in die Schweiz zurück. Am 10.10.1973 erfolgte der Ueberflug Bem-Stans zwecks Ueberwinterung. Am 2.3.1974 erschien die HB-XDS wieder bei Heliswiss und wurde für einen neuen Einsatz vorbereitet. Am 24.April ging es von Bem nach München-Jesenwang, wo die HB-XDS mit Süd-HelicopterTitel im Auftrag des Bayerischen Roten Kreuzes Ambulanz-Einsätze im Grossraum München flog. Am 18.September erfolgte der Rückflug nach Bem zu Heliswiss, einmal mehr zum einmotten.

Eisenhut verkauft erste S-55T
In der Zwischenzeit konnte Eisenhut Aviation einen ersten Erfolg mit dem S-55T verbuchen: Die eine H-19D Zelle wurde von Bem nach Stans gebracht und in rund 4'000 Arbeitsstunden baute Pilatus die alte "Kaffeemühle" (Nickname der S-55T) um, anfangs März erfolgte der Erstflug als N62450 und am 14.3.1975 wurde die SE-HGZ in Bem verzollt und anschliessend dem neuen Eigentümer, der AB NORRLANDSFLYG in GälIivare/Schweden übergeben. Am nächsten Tag folgte der Ueberflug nach Schweden mit einem ersten Zwischenhalt in Stuttgart. 

Verkauf HB-XDS
Der HB-XDS wurde im Frühjahr in Bem einer grösseren Kontrolle unterzogen und anschliessend für ad-hoc Aufträge bei Heliswiss eingesetzt, so war der Helikopter u.a. in Italien und zeitweise auf den Aussenbasen in Domat-Ems und Gruyeres stationiert. Nachdem 1976 kein Operator gefunden werden konnte, blieb die HB-XDS fast das ganze Jahr arbeitslos am Boden. Aus Platzmangel bei Heliswiss wurde die Maschine bei Transair im Belpmoos abgestellt. Aufgrund der guten Erfahrung mit der SE-HGZ entschloss sich AB Norrlandsflyg die HB-XDS, die noch verbliebene H-19D Zelle und das gesamte Ersatzteillager zu kaufen. Am 9.3.77 verliess die HB-XDS die Schweiz via Baden-Baden auf der Ablieferung nach Schweden, wo sie das neue Kennzeichen SE-HHY erhielt. Im Gegensatz zum Schwesterschiff, SE-HGZ, welches heute noch aktiv ist, war der ehemaligen HB-XDS kein langes Leben im Hohen Norden vergönnt. Am 15.8.1979 stürzte der Helikopter in einen See im Sarek National Park bei Sitasjaure, 130 km westlich von Kiruna, wobei leider 6 Personen ums Leben kamen. 
 
 

Links zum Thema
HB-XDS Datenblatt

SE-HGZ by Nordic Rotors

Photo by Paul Schüpbach © 1972
The first and only swiss S-55T arrived in Bern
 
 

Photo by Paul Schüpbach © 197x
Prepared for a transport on the road
 
 

Photo by Paul Schüpbach © 1973
HB-XDS 1973 with winch and popout floats
 
 

Photo by Paul Schüpbach © 1975
SE-HGZ ready for the delivery to Sweden
 
 

Photo by Daniel Burgunder © 1977
HB-XDS during the last days in Switzerland

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